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Die Geschichte des Haschahofs

Ök.-Rat Thomas Hascha begann 1912 mit der Landwirtschaft in Aspern bei Wien. 1920 nahm er auch das Gut Rothneusiedl am südlichen Stadtrand in Bewirtschaftung. Es wurde Milchwirtschaft, Schweinehaltung und Anbau von Getreide, Gemüse und Zuckerrüben betrieben. Das Gut Rothneusiedl umfasste 200 ha und das Gut in Aspern 300 ha bewirtschaftete Ackerflächen. 1925 übernahm sein Bruder Ök.-Rat Dipl. Ing. Jaro Hascha den Betrieb in Rothneusiedl und 1980 sein Sohn Dipl. Ing. Rudolf Hascha.

2020: Seit Montag, den 16. März, wurde in Zeiten von Corona der gesamte Ab-Hof Verkauf auf Online umgestellt. Die speziell eingerichtete Plattform wurde “Bio im Netz“ genannt.

2017: Nach zwei Jahren Pause eröffnete der Haschahof wieder seine Pforten mit einem Pflückgartenfeld direkt am Liesingbach in Rothneusiedl.

2015: Wurde der Haschahof in Rothneusiedl geschlossen und an den Wohnfonds Wien verkauft. Die ehemaligen Wirtschaftsgebäude an der Rosiwalgasse und die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen in Rothneuseidl dienen heute der zukünftigen Stadterweiterung im Süden von Wien. Die heutigen Wirtschaftsgebäude des Haschahofs in Aspern sind über 150 Jahre alt und wurden in den Jahren 2005 bis 2008 liebevoll restauriert. Das Dorf Aspern ist durch die Schlacht bei Aspern im Mai 1809 in die Geschichte eingegangen. Heute erinnern Plätze wie der Siegesplatz oder Straßen wie die Benjowski- oder Zachgasse an diese Schlacht bei der die österreichische Armee Napoleon Bonaparte besiegte.

2001: Nach 10 Jahren Bio-Landwirtschaft mit Rindern, Schafen, Hühnern, Getreideanbau und Pflückgärten wurde der Betrieb auf HASCHAHOF umbenannt.

1991: Wurde der Hof zu einem anerkannten Biobetrieb.

1987: Stellte Rudolf Hascha fest, dass er die konventionelle Wirtschaftsweise seines Vaters nicht fortführen wollte und begann als einer der ersten Wiener Landwirtschaftsbetriebe, mit der Umstellung auf biologischen Landbau. Von Anfang an wollte Dipl. Ing. Rudolf Hascha seine Kunden möglichst nah an den Ursprung der Nahrungsmittel heranführen. Daher begann er bereits im Jahr 1987 als erster Pflückgärten anzubieten.

1980: Übernahm Ök.-Rat Dipl. Ing. Jaro Hascha´s Sohn, Dipl. Ing. Rudolf Hascha den Betrieb.

Die Pioniere Ihrer Zeit; Jaro und Thomas Hascha

Ök.-Rat. Dipl. Ing. Jaro Hascha wurde am 22. August 1894 als Sohn eines Landwirts und Bürgermeisters in Kelc in Mährisch-Weiß-Kirchen geboren, machte den ersten Weltkrieg als Soldat mit, pachtete 1918 das Gut Leesdorf und 1925 sein Hauptgut in Rothneusiedl, damals noch ein eigenständiges Dorf am südlichen Stadtrand von Wien. Das Mustergut hochzubringen erforderte viel Mühe, so dass er das Studium der Hochschule für Bodenkultur erst 1934 mit dem Diplom beenden konnte. Jaro Hascha war mit Leib und Seele Landwirt, war aber immer bereit, seine Fähigkeiten in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Meilensteine auf diesem Wege waren die Arbeit als Vorstand im Club der Land- und Forstwirte, der Badner Molkerei (heute bekannt als NÖM), der Brennerei in Baden, der Sparkasse, im Lagerhaus, in der Gemüseverwertung (LGV) usw. Die erfolgreiche Tätigkeit als Land- und Volkswirt wurde 1954 durch die Ernennung zum Ökonomierat und 1968 durch die Überreichung des Silbernen Ehrenzeichens der Republik Österreich anerkannt. Der Ausgleich seiner arbeitsreichen Tätigkeit war vor allem ein schönes Familienleben und das Turnier- und Dressurreiten im Rahmen der Kampagnereitergesellschaft.

Jaro Hascha´s Bruder, Ök.- Rat. Thomas Hascha war der Initiator der landwirtschaftlichen Erfolge der Familie. Thomas Hascha ist am 7. März 1883 in Weißkirchen in Nordmähren geboren. Er musste schon in jungen Jahren die väterliche Wirtschaft und damit die Obsorge für eine große Familie übernehmen. Das unzureichende Einkommen aus dem wenig rentablen Betrieb zwang die Erben zum Verkauf. Zum Ende des Ersten Weltkrieges pachtete er dann das Gut Baden bei Wien, später Rothneusiedl, Marchegg und Aspern bei Wien. Vorerst mit Fremdpartnern, später mit seinem Bruder Jaro, wirtschaftete er sehr erfolgreich im Wiener Großraum. Mit dem Erreichten gab sich Thomas aber nicht zufrieden. Er suchte und fand die Mitarbeit von Hochschulinstitutionen, der Landwirtschaftskammer und ideenreichen Kollegen, denen er – wenn ihre Planungen seinen Beifall fanden- Feldflächen und Betriebseinrichtungen zur Verfügung stellte. Die Ergebnisse solcher Untersuchungen speicherte er wie ein Computer und vermochte auch nach Jahren darüber Bescheid zu geben. So wurde er zu einem anerkannten führenden Landwirt, dessen Bespiel viel zum landwirtschaftlichen Fortschritt beitrug. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stand Thomas Hascha vor den Trümmern seiner Gutswirtschaft. Aber auch diesen Tiefpunkt überwand er, obwohl er zugleich zur viehlosen Wirtschaft gezwungen war. Seine Fähigkeiten brachten es aber zustande, aus der Not eine Tugend zu machen und er wurde damit zum Beispiel für die Bauern des Pannonikums, indem er ihnen vorführte, wie man zwar viehlos, aber doch rentabel wirtschaften kann. Dem Trend entsprechend wurde der Hof zum führenden Feldgemüse-, Zuckerrüben- und Saatgutvermehrungsbetrieb. Thomas Hascha war in allen Fragen der Feldwirtschaft ein wichtiger Ansprechpartner und wurde durch seine Menschlichkeit, sein warmes Mitempfinden und seinen Humor zum väterlichen Freund aller Arbeitskollegen. Seine fortschrittlichen Tätigkeiten dankte ihm die hohe Behörde mit der Verleihung des Titels eines Ökonomierates und der goldenen Kammermedaille.

Als er das Herannahen seines Todes fühlte, bestellte er in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Jaro Hascha sein Haus und wusste damit seinen Nachlass, nach seinem Tode, in guten Händen. Tatkräftig und auch körperlich leistungsfähig führte er seine Wirtschaft, in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Jaro bis über seinen 90. Geburtstag hinaus.

1931: Kaufte Thomas Hascha das gesamte Anwesen der Familie PORTOIS. Zum landwirtschaftlichen Betrieb „Gutspachtung Aspern“ gehörten Grundstücke in und um Aspern sowie das ganze Flugfeld Wien-Aspern (die heutige Seestadt). Die Autobushaltestelle zwischen Neu-Aspern und der Hirschstetten-Ostbahn trägt heute sogar noch den Namen „Haschafeld“.

1912: Ök.-Rat Thomas Hascha pachtete das Gut der französischen Familie PORTOIS in Aspern bei Wien.